Tschernobyl-Kinder wieder in Deutschland

 

Die Kinder aus der Region Tschernobyl waren auch in diesem Jahr wieder zur Erholung und Genesung in Deutschland. Erstmalig lief diese Hilfsmaßnahme aber unter dem Namen „Tschernobyl-Triker“, die diese Aktion im vergangenen Sommer von der Gruppe „Erholung für Tschernobyl-Kinder in Mendig“ übernommen haben. In den Jahren zuvor, waren es die Triker, die die Gruppe unterstützt hatten und  die Kinder an einem Wochenende zum gemeinsamen Zelten und Trikefahren zu sich holten.

Die schon seit vielen Jahren unterstützenden Vereine und Personen aus ganz Deutschland und vor allem aus der Gegend um Mendig, waren auch in diesem Jahr mit von der Partie. Nachdem sie jahrelang die Vorgängerorganisation unterstützt haben, sagten sie ihre Hilfe auch für die „Tschernobyl-Triker“ zu.

Am 27.07.2013 war es dann soweit. Voller Hochspannung und mit Freude in den Herzen, warten die Triker bei der Jugendherberge in Mendig auf den Bus aus Minsk, der ihre Kinder bringen würde. Als er dann endlich um die Ecke bog, strahlten alle voller Glück und die Kinder hielt es im Bus auch nicht mehr auf den Sitzen. Die Patenschaften zu den Kindern sind zum größten Teil seit Jahren gewachsen und alle genossen es sich endlich wieder in die Arme fallen zu können. Nach der langen Begrüßungs- und Umarmungszeremonie wurden die Kinder dann zu ihren Zimmern gebracht. Auch die vier neuen Kinder, die zum ersten Mal in Deutschland waren, wurden herzlich begrüßt und ihren Pateneltern vorgestellt. Nach dem Zimmer beziehen ging man zum gemütlichen Teil über. Es wurde gegrillt und  gespielt. Bei den Unterhaltungen unterstützten die beiden neuen Dolmetscher und Betreuer Irina und Dimitri, wo es mit Deutsch- und Russischbrocken oder mit den Händen und Füßen nicht so ganz hinhaute.

Am nächsten Tag war dann „Kleidermarkt“ angesagt und die vielen Kleiderspenden wurden an die Kinder verteilt. Im Anschluss folgten wir der Einladung des Angelvereins Thür, der die Gruppe auch schon viele Jahre lang unterstützt. Dort wurde gegrillt, geangelt, gespielt und es gab Kaffee und Kuchen. Es folgten ein paar Tage mit den Betreuern und Trikern, die man mit Wanderungen in der Natur oder mit einem Besuch im Freibad verbrachte. Auch der hiesige Schützenverein lud die Kinder wieder ein und alle durften sich an den Sportwaffen beweisen. Die besten Schützen in den Altersklassen bekamen sogar Pokale. Die Woche klang mit einem Grillfest am Donnerstag und einem Kegelabend am Freitag im „Deutschen Haus“ aus.

Da die Gruppe von Trikern geführt wird, durfte natürlich auch das Trikefahren nicht zu kurz kommen. Daher machte man sich am Samstag den 03.08.2013 auf zum Triketreffen der befreundeten „Buffalo-Triker“. Die Kinder wurden auf die Trikes verteilt und Dank der Unterstützung weiterer Triker, die nicht zum Kern der „Tschernobyl-Triker“ gehören, fand auch jedes Kind einen Platz auf einem Trike. Bei den „Buffalos“ wurden die Kinder dann reichlich mit Essen und Getränken versorgt und am Ende des Tages machte man sich wieder auf die Rückfahrt nach Mendig.

Am Tag darauf luden zwei Triker aus Treis-Karden die Gruppe zu sich ein. Zusammen mit den beiden hatte die freiwillige Feuerwehr des Ortes zwei Motorboote bereitgestellt, mit denen die Kinder nun Rundfahrten auf der Mosel unternehmen konnten. Die Kinder waren sehr begeistert und viele machten eine Fahrt nach der anderen. Aber auch mit dem Feuerwehrauto konnte man eine Rundfahrt machen. Für das leibliche Wohl wurde ebenfalls bestens gesorgt. Das war ein wunderschöner Tag bei herrlichem Wetter.

Weiteres Highlight war dann am 07.08.2013 der Ausflug ins Phantasia-Land, der von den Betreibern des Freizeitparks seit vielen Jahren gesponsert wird. Es ist immer wieder etwas ganz Besonderes für diese Kinder die atemberaubende Atmosphäre des Kinderparadieses in sich aufnehmen zu können.

Am Freitag den 09.08.2013 wurde die Jugendherberge dann von den Kindern geräumt und es ging zum mittlerweile traditionellen Trike-Treffen. Wie immer wurde es zum schönsten Ereignis, das den Kindern in ihrer Zeit in Deutschland bereitet wird. Dieses Mal gab es eine kleine Olympiade mit lustigen Spielen. Jeweils ein Trikerpate und ein Kind bildeten dabei ein Team. Wir hatten alle einen Riesenspaß dabei. Besonders schön für die Kinder und Jugendlichen ist es, dass wir Triker an diesem Wochenende mal nicht so genau auf die Uhr schauen, wann die Kinder zur Nachtruhe in ihre Zelte gehen. Am Sonntag lud dann auch noch der THW ein. Sie unterstützen die Gruppe auch schon seit Jahren und an diesem Sonntag hatten sie ihren Tag der offenen Tür mit Live-Band, Mittelalterverein und Feuerspuckern. Die Triker ihrerseits fuhren mit den anderen Gästen des THW Trikerundfahrten. Ein rundum gelungenes Wochenende zum Abschluss der gemeinsamen Zeit.

Für den Rest des Aufenthaltes der Kinder, gingen diese dann in ihre Patenfamilien, wo sie von ihren Trikern liebevoll betreut und verwöhnt wurden.

Der Abschied folgte dann am 19.08.2013. Dazu trafen die Kinder, die in der letzten Woche ja bunt verstreut waren, wieder in Mendig ein, wo der weißrussische Bus zur Reise bereit stand. Es wurde ein tränenreicher Abschied und auch das ist Tradition. Es gab nur einen kleinen Unterschied, den aber jeder merkte. Der Abschied fiel noch schwerer als sonst, denn sowohl den Kindern, als auch den Trikern und den Betreuern hat der Aufenthalt in diesem Jahr besonders gut gefallen. Die Kinder wirkten über die gesamte Zeit über die Maßen fröhlich und gelöst. Dies ist auch den beiden sehr guten und sehr netten Betreuern zu verdanken, die einen guten Draht zu den Kindern fanden und stets eine große Stützte waren. Auch sie fanden die Zeit so schön, dass beide gerne im nächsten Jahr wieder kommen möchten. Wenn man zurückblickt und in all die fröhlichen Kindergesichter sieht, wissen wir, dass wir unsere erste gemeinsame große Aufgabe, sehr gut gelöst haben.  Alle Kinder fuhren unversehrt und überglücklich zurück in die Heimat und für uns Triker folgt nun wieder die Zeit des Spendensammelns, damit wir diese Kinder auch im nächsten Jahr zur Erholung nach Deutschland holen können. Wer uns unterstützen möchte, findet auf dieser Homepage alle nötigen Informationen dazu.

Unser Dank geht an alle Helfer und Unterstützer.

 

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